Archive for the ‘Allgemein’ Category

Pressebeiträge vom 14.07.2011

Fern­seh­be­richt in  SWR BW

Lan­des­schau vom 14.07.2011

Radio­be­richt SWR 4

Radio Kur­pfalz 14.07.2011

Wichtige Terminsache !

Obst­bau Hauck gegen GDF Suez S.A.

Fort­set­zung im Fern­se­hen am Don­ners­tag den 14.07.2011 um 18.45 Uhr in der Lan­des­schau in SWR 3

Artikel in der RNZ vom 08.07.2011

Hier kämpft David gegen Goliath

 

Die Müll­um­la­de­sta­tion des Unter­neh­mens Sita Suez in Edingen-Neckarhausen lockt Schwärme von Krä­hen an. Die Vögel fal­len auch über die benach­barte Apfel­plan­tage von Jörg Dittrich her und ver­nich­ten Teile der Ernte. Fotos: Kraus-Vierling

 

Von Nico­line Pilz

Edingen-Neckarhausen. Seit eini­gen Tagen steht der Obst­bau­be­trieb Hauck in Edingen-Neckarhausen im Blick­punkt der Medien. Nach­dem die RNZ über die Pro­bleme des Obst­er­zeu­gers berich­tete, der sich gegen “unsach­ge­mä­ßen Umgang mit Müll” der benach­bar­ten Müll­um­la­de­sta­tion wehrt, zogen Funk und Fern­se­hen nach.

Am kom­men­den Mitt­woch soll das Thema sogar in der Lan­des­schau auf­ge­grif­fen wer­den. Jörg Dittrich, der mit sei­ner Frau Isa­belle Hauck den Fami­li­en­be­trieb mit Sitz in Neckar­hau­sen führt, will gegen den fran­zö­si­schen Groß­kon­zern GDF Suez SA kla­gen. Die Fran­zo­sen sind über ihr Unter­neh­men Sita Eigen­tü­mer der klei­nen Ver­la­de­sta­tion in Edingen-Neckarhausen, wo “gemischte Sied­lungs­ab­fälle”– so der Fach­be­griff – ange­lie­fert wer­den und von dort aus zur Wei­ter­ver­wer­tung gelan­gen. Dittrich stellte bereits im ver­gan­ge­nen Jahr Straf­an­zeige gegen die Firma, weil dort Müll­sä­cke unge­schützt her­um­stan­den, die von immer grö­ßer wer­den­den Krä­hen­scha­ren auf­ge­pickt wur­den. Den Inhalt, kleine Por­ti­ons­pa­ckun­gen, Plas­tik­fo­lien und ande­res mehr, ver­teil­ten die Vögel auf den angren­zen­den Apfel­plan­ta­gen der Fami­lie Hauck.

Vom Ange­bot vor Ort erfreut, machen sich die Vögel über Äpfel auf ins­ge­samt drei Äckern her. Der Scha­den, so Dittrich, liege im sechs­stel­li­gen Bereich. Auf diese Summe will er den Groß­kon­zern nun ver­kla­gen. “Es muss etwas pas­sie­ren”, sagte er am Mitt­woch­abend bei einer Bege­hung mit Gemein­de­rä­ten und Ver­tre­tern der Gemeindeverwaltung.

Ein drit­tes Jahr in Folge kann ich mir so einen Aus­fall nicht leis­ten. Die Firma muss mir jetzt etwas anbie­ten.” Nach­dem Sita Suez im ver­gan­ge­nen Jahr vom Amt für Gewer­be­auf­sicht und Umwelt­schutz erteilte Auf­la­gen offen­bar nicht erfüllte, kommt jetzt Bewe­gung in die Sache. Kreis­spre­cher Berno Mül­ler und seine Stell­ver­tre­te­rin Silke Hart­mann teil­ten auf RNZ-Anfrage mit, Sita Suez habe “Sofort­maß­nah­men” zuge­sagt, die bereits begon­nen hätten.

Seit ges­tern Vor­mit­tag wer­den die Müll­sä­cke abge­tra­gen und über das Gelände Netze gespannt, damit die Vögel sich nicht mehr bedie­nen kön­nen. Eben­falls für den gest­ri­gen Vor­mit­tag war ein Gespräch zwi­schen Fir­men­ver­tre­tern und dem Obst­bau­be­trieb ange­setzt, teilte das Land­rats­amt mit. Offen­bar wol­len sich die zustän­di­gen Ent­schei­dungs­trä­ger vom Fir­men­sitz in der Pfalz nun des Pro­blems annehmen.

Das Auf­stel­len von Abfall­bo­xen und Con­tai­nern ist dabei ein Thema. “Aber das ist keine Sofort­maß­nahme”, betonte Hart­mann. Zukunfts­mu­sik ist der Bau einer Sor­tier­halle. Laut Dittrich wäre das eine dau­er­hafte Lösung. Sita Deutsch­land bestä­tigte ges­tern Nach­mit­tag der RNZ, dass die Sofort­maß­nah­men aktu­ell “unter Hoch­druck” umge­setzt wür­den. Beim Rund­gang bestä­tigte Gemein­de­rat und Land­wirt Hel­mut Koch, dass es auf den betrof­fe­nen Fel­dern “schlimm” aus­sehe. Über­all lag Ver­pa­ckungs­müll ver­streut, nahezu jeder Apfel prä­sen­tierte sich ange­pickt. Sol­che Äpfel kann Dittrich, der das Schul­frucht­pro­gramm Nord­ba­den belie­fert und spon­sert, nur noch weg­wer­fen. Der Ern­te­aus­fall sei auf die­sen ins­ge­samt acht Hektar fast total.

Obst­bauer Georg Schnei­der erklärte, so extrem sei der Vogel­fraß bei ihm auf den Fel­dern nicht. Er emp­fahl, Dittrich solle bei Sita Suez das Span­nen von Vogel­schutz– oder Hagel­net­zen über die Obst­an­la­gen ver­lan­gen. Und Jagd­päch­ter Albert Gat­tung emp­fahl Sita Suez über die RNZ das Abhol­zen der wil­den Brom­beer­bü­sche. Dar­un­ter haben Kanin­chen ihre geschütz­ten Bau­ten nahezu ohne natür­li­che Feinde. Beim Vor-Ort-Termin pas­sier­ten sie unge­niert den Weg Rich­tung Apfel­plan­tage. “Die nagen mir die Bäume unten an. 200 Stück muss ich jedes Jahr erset­zen”, schil­derte Dittrich.

Seine Frage, ob die Gemein­de­ver­wal­tung nicht Ein­fluss auf die Firma neh­men könne, ver­nein­ten Haupt­amts­lei­ter Wolf­gang Ding und Kol­le­gin Ulrike Wacker. Pacht­be­hörde sei das Land­rats­amt. Dort habe die Gemeinde die Über­prü­fung der Auf­la­gen auch erbe­ten. Was den Müll auf den Hauck’schen Fel­dern betrifft, so wol­len Mit­ar­bei­ter von Sita Suez die­sen auf­sam­meln. Sei­nen Scha­den durch zwei­fa­chen Ern­te­aus­fall will Dittrich den­noch gel­tend machen.

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